Reiseblog – Tunesien

Europa wir kommen

Mathias : 22. März 2012 23:15 : Afrika| Live| Reiseblog| Tunesien

Nach unserem Tag in Kairouan mussten wir nun wieder ein wenig Weg gut machen in Richtung Fähre und hoffen das Carinas Motorrad keine Zicken machen würde. Auf den letzten 150 km bis Tunis war unser bemerkenswertester Zwischenfall eine Polizeikontrolle. Sehr gerne stehen hier Polizisten an Kreisverkehren und kontrollieren Fahrzeuge. In der Regel allerdings werden wir immer freundlich durchgewunken. Nicht diesmal. Wir wurden aufgefordert rechts heran zu fragen und einer der Polizisten näherte sich uns. Wir bereiteten uns pflichtbewusst darauf vor Reisepass und Papiere vor zu zeigen, doch der Polizist hatte andere Pläne. Er schien lediglich auf einen kleinen Plausch aus zu sein. Er fragte uns ein wenig nach dem Woher und dem Wohin, ob es uns gefällt und ob alles gut wäre und dann durften wir auch weiterfahren. Keine Papiere, keine Kontrolle, einfach nur so.

In Tunis angekommen schlängelten wir uns an der Hauptstadt vorbei zum Hafen. Da wir noch ca. acht Stunden bis zum Ablegen der Fähre hatten wollte Mathias noch ein wenig in der Geschichte wühlen. Direkt neben Tunis und noch näher am Hafen findet man den Ortsteil und die Überreste der antiken Stadt Karthago. Wenn man schon mal hier ist sollte man auch mal sehen wie es so aussieht. Leider fand Carinas Motorrad die Idee nur mittelmäßig gut und ging immer mal wieder, ohne erkennbaren Grund, aus. Keiner weiß warum. Nachdem nun auch die Rückleuchte nicht mehr will (es könnte sicherlich nur eine kaputte Glühbirne sein…aber das weiß man bei dem Ding nie so genau) fühlen wir uns prima auf die letzten Kilometer bis Les Arcs in der Nacht vorbereitet. Nach der Besichtigung des phönizischen Hafenbeckens zogen wir uns erst mal zu Stärkung in ein Café zurück. Bisher war Tunesien immer ein recht günstiges Reiseland gewesen. Karthago aber ist die Hochburg der besseren Gesellschaft von Tunis, die etwas weiter draußen sehr westlich chic residieren. Dementsprechend waren auch die Preise. Unsere, und vor allem Mathias Stimmung, war recht schlecht, bangte er doch jetzt auch noch um das Erreichen des Fährhafens. Noch kurz das Theater besichtigt und dann zurück zum Fährhafen, ohne Zwischenfälle.

theater-kharthago

Vor der Fähre wurden wir noch in amüsante Verkaufsversuche von Jugendlichen involviert. In der wartenden Menge an Autos und Motorrädern waren wir Motorradfahrer natürlich leichte Ansprechpartner. Keine Tür die wir abschließen konnten. Wir nahmen es aber mit Humor und unterhielten uns ganz nett mit den doch etwas penetranten Jugendlichen. Was blieb uns auch übrig. Vorteil war, dass wir so die Wartezeit recht unterhaltsam verbringen konnten.

Die Fährfahrt gestaltete sich unspektakulär. Wie immer mit einer Stunden Verspätung legte die Fähre in Tunis pünktlich um 23:00 Uhr ab und wollte ca. 11 Stunden später in Genua landen. Wir verbrachten die meiste Zeit mit Schlafen damit wir für die nächtliche Fahrt durch Italien und Frankreich gerüstet waren.

 

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Kairouan

Mathias : 21. März 2012 17:33 : Afrika| Live| Reiseblog| Tunesien

7-sonnenkalenderEigentlich wollten wir am heutigen Tag nach Tunis weiterfahren. Da aber Unabhängigkeitstag war und wir deswegen dachten, dass es nicht ganz so sinnvoll wäre in Tunis eine Herberge zu suchen beschlossen wir uns einen Tag Kairouan zu gönnen und morgen zur Fähre durch zu fahren.

Bekannt als die religiöseste Stad in Tunesien bietet Kairouan den Besuchern eine recht konservatives, aber nicht touristisch überlaufenes Stadtbild. Natürlich konnten auch wir uns die große Moschee (die größte in Nordafrika) nicht entgehen lassen. Dies war im Übrigen auch die einzige Moschee auf unserer Reise die wir auch betreten konnten. Aber was wäre der Besuch eines geschichtlich religiös geprägten Landes, ohne wenigstens eine dieser Stätten aufgesucht zu haben. Bis zum Besuch der Moschee hatten wir auch noch keine anderen Touristen entdecken können. Dort angekommen fanden wir jedoch einige Touristengruppe. Seltsam, denn wir sind vorher durch ziemlich einsame Gassen gewandelt. Die Lösung verbarg sich auf der uns abgewandten Seite der Moschee. Hier hielten große Reisebusse und spülten die Touristen in die Moschee, um diese dann direkt wieder auf zu nehmen und ab zu fahren. Wir erhielten als nicht Gläubige nur Zutritt zum Innenraum des Vorplatzes. Durch 4-in-der-moschee-2die offenstehenden Türen konnten wir aber einen guten Einblick in den Gebetsraum der Männer werfen. Nach der Moschee wandelten wir durch die Medina (Innenstadt) in Richtung Souk (Markt). Ungewöhnlich für tunesische Städte ist die Aufteilung. Die Medina wird durch eine Hauptstraße in zwei Teile geteilt die der Moschee zugewandten Seite darf keine (oder nur sehr, sehr wenige) Geschäfte beherbergen und nur die ‚linke‘, der Moschee abgewandten Seite, hat auch ein reges Geschäftsaufkommen vor zu zeigen. Wir haben uns in keinen Teppichladen verirrt, obwohl dieser Industriezweig als traditionell in Kairouan verwurzelt gilt. Nach einem Bummel durch die Ladenstände und ein paar amüsant und erfolgreichen Verhandlungen kehrten wir dann wieder zu unserem, außerhalb der Altstadt liegenden, Hotel zurück und suchten uns noch ein Restaurant, in dem wir noch einmal die tunesische Küche genießen durften. Irgendwas an dem Abendessen schien Carina nicht vertragen zu haben und so beendeten wir den Tag Müde und Carina mit leichten Bauchschmerzen. Es wäre doch auch zu schön gewesen wenn wir ohne ausgekommen wären.

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Kurs Nord-Ost: Von Douz nach Kairouan

Mathias : 20. März 2012 20:30 : Afrika| Live| Reiseblog| Tunesien

2-mathias-beim-salzseeUnser Weg Richtung Douz planten wir über das Hinterland Tunesiens. Entgegen der Route des Hinwegs entschlossen wir uns durch die Bergketten nördlich des Chott el Jerid, durch das Chott El Fadjaj hinüber nach Gafsa und nicht an der Küste entlang zu fahren. Obwohl wir auf dem Hinweg ein ganzes Stück lang Autobahn fahren konnte stellten wir heute schnell fest, dass es fast schneller ist über die Bergketten zu fahren. In Bezug auf die Kilometer ändert sich hierbei nicht viel, doch gibt es 100% weniger Mautstationen, die einem immer ein paar Cent abverlangen und vor allem Zeit kosten. Außerdem lässt sich so die Landschaft wesentlich besser genießen und wir können die Veränderung besser beobachten. Nach Überquerung des Chott El Fadjaj durchquerten wir kurz die Hügelkette Jebel el Berda und waren überrascht, dass es auf dieser Seite des Berges wesentlich grüner war. Die Ebene war gefüllt von satten grünen Gräsern und auch die Bäume waren von stattlicher Gestalt. Jenseits der Hügelkette war die flache eher unfruchtbare Salzebene gewesen, die doch einen starken Kontrast bildete. Während dem Überqueren erlebten wir auch unsere bisher einzige Kontrolle auf der Reise. Unsere Pässe wurden an einer Grenzstation kurz überprüft und wir konnten problemlos weiterfahren.

3-die-berge-und-gruenere-landschaftÜber Gafsa folgten wir der Hauptverbindungsstraße in Richtung Tunis und beendeten unsere Fahrt relativ früh am Tag in Kairouan, der viert-wichtigsten Stadt des Islams, nach Mekka, Medina und Jerusalem. Unser Hotel fanden wir in der Ville Nouvelle, außerhalb der historischen Medina. Die Motorräder ließen sich leider nicht in einem Innenhof parken und so mussten sie, zu Carinas Beunruhigung, die Nacht ‚ganz alleine‘ auf der Straße verbringen. Wir hatten die Motorräder noch vor dem Fenster des Portiers parken können der uns zusicherte auch die Augen auf zu halten. Glücklicherweise konnten wir von unserem Zimmer mit Balkon, auch unsere Reisgefährten immer mal wieder beobachten. Diese Aufgabe musste Mathias auf Carinas wiederholter Anweisung hin, auch des Nachts immer mal wieder machen. Alles ist gut!

 

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Aufbruchsstimmung

Mathias : 19. März 2012 22:03 : Afrika| Live| Reiseblog| Tunesien

Da es morgen wieder los, in Richtung Heimat geht, stand heute bei uns das Packen auf dem Programm. Die vier Aluboxen lassen sich erstaunlich schnell packen, da man einfach nicht so viel mitnehmen kann. So konnten wir noch einmal auf den Marktplatz fahren und die letzten kleinen Souvenirs, sowie Briefmarken zu einem normalen Preis besorgen. Die letzten Briefmarken wurden uns nämlich tatsächlich als Sonderangebot „nur“ zu dem doppelten Preis der eigentlichen Marke angeboten. Wie uns erklärt wurde, wäre der drei- bis vierfache Preis normal…Das glaubten wir allerdings nicht und beschlossen lieber bei der Post selbst die Briefmarken zu kaufen.

Morgen werden wir dann in aller Frühe aufbrechen, um vor der Mittagshitze noch möglichst weit fahren zu können. Die Fahrt morgen geht voraussichtlich von Douz über Kebili und Gafsa bis nach Kairouan.

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Abschlusspistenfahrt

Mathias : 18. März 2012 19:17 : Afrika| Live| Reiseblog| Tunesien

Unser Aufenthalt in Douz neigt sich dem Ende entgegen und so nahmen wir heute ein letztes Mal die Dünen in Angriff. Hoffnungsfroh das wir diesmal ohne Zwischenfälle wieder beim Haus ankommen würden, fuhren wir zum Pisteneinstiegt. Am Pistenanfang angekommen beobachteten wir eine ganze Menge Sand in der Luft, so dass der Horizont nicht sehr deutlich zu sehen war. Da dies von einem kräftigen Wind begleitet wurde, machten wir uns etwas Gedanken, ob dies denn nun ein Sandsturm werden würde. Wir, die wir noch nicht allzu viel Erfahrung mit den klimatischen Bedingungen in der Wüste haben, hatten so unsere Sorge. Zu unserer Verwunderung zogen aber sehr viele Einheimische mit Fahrrädern, „mobilettes“, Dromedaren, Traktoren, Autos und Quads in die Wüste, es sind ja schließlich Ferien und da zieht man in die Wüste. Noch nicht ganz überzeugt entschlossen wir uns einen unserer Vermieter an zu rufen und zu fragen, ob es denn wohl bald einen Sandsturm geben würde. Was für ein Fehler. Wie wir schon zuvor erwähnt hatten verstehen die Leute hier sehr wenig Französisch. Unsere Frage nach dem Wetter wurde, entgegen unserer Absicht, so interpretiert als ob wir ein Problem hätten. Obwohl Carina versicherte, dass es kein Problem gäbe und alles bestens sei, wurde nur wiederholt, dass er vorbeikommen und helfen wolle. Wir wussten gar nicht das so harmloses Wettergeplauder dermaßen Aufregung auslösen kann. Nach dem zweiten Anruf von unserem Vermieter entschlossen wir uns auch einfach Piste zu fahren. Nach einer kurzen Fahrt hielten wir noch einmal an, um einem einheimischen Quadfahrer dieselbe Frage nach dem vermeintlichen Sandsturm zu stellen. Die Antwort hierauf lässt schlichtweg nur auf die Dummheit der Touristen schließen. Als Antwort bekamen wir die Information, dass es weiter in der Wüste Dünen gibt und noch viel mehr Sand. Ach was! Wir beschlossen daraufhin, dass wenn es so etwas wie einen Sandsturm geben würde die Leute versuchen würden uns davor zu warnen. So zogen wir also los, um noch ein paar Sandkilometer in Angriff zu nehmen.

Ohne Probleme fuhren wir dieses Mal eine andere Piste, bis wir müde wurden und kehrten wieder um. Wir bekamen aber immerhin noch unser Dünenfoto und Carina möchte betonen, dass sie dieses Mal kein einziges Mal umgekippt ist! So beendeten wir unsere Wüstenfahrerkarriere für diesen Urlaub mit einer positiven Abschlussfahrt durch das Sandmeer.

Abends stand dann noch Abdalla mit seinem Fohlen vor der Tür. Er wollte uns unbedingt seinen kleinen, total verzogenen Hengst vorstellen. Die Erziehungsmethode hier sieht sehr einfach aus: Man gebe dem Pferd so viel Zucker, bis es einem auf Schritt und Tritt folgt und dabei hyperaktiv tritt und herumbeißt. Zum Abschluss stieg das niedliche Tier dann noch und gab seinem Besitzer eine ordentliche Kopfnuss mit den Vorderhufen. Das muss wehgetan haben! Danach wurde die Hengstschau schnell beendet und wir ruhten uns den restlichen Abend aus.

 

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Ruhetag und Hennakunst

Mathias : 17. März 2012 20:39 : Afrika| Live| Reiseblog| Tunesien

Heute haben wir tatsächlich einen Ruhetag eingelegt. Das Foto des Tages wollten wir euch aber dennoch nicht vorenthalten. Nachdem Carina bei einem Nachbarsmädchen gesehen hatte, dass dieses ihre Hände mit Henna bemalt hatte, wollte Sie das auch gerne ausprobieren. So besuchten uns heute dann zwei Frauen und das Mädchen und Carina bekam ihr Hennatatoo auf die Handinnenflächen. Wohl bemerkt war Carina danach zwei Stunden handlungsunfähig da der Farbstoff einwirken musste und Sie die Hände nicht benutzen durfte. Sehr lustig 😉

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